Die Ernährungslehre ist für die Traditionelle Chinesische Medizin genauso bedeutend wie die Arzneimitteltherapie oder die Akupunktur. Gleich den Arzneimitteln werden alle Nahrungsmittel gemäss ihrer Energetik und ihrem Geschmack klassifiziert.

 

Unter der Energetik der Nahrungsmittel versteht man das spezifische Temperaturverhalten. Ein Nahrungsmittel kann kühlend, wärmend oder neutral wirken. Friert beispielsweise ein Patient häufig, empfehlen die Ärzte tendenziell wärmende Nahrungsmittel wie beispielsweise Fenchel, Hafer, Huhn. Die Nahrungsmittel können aber auch spezifische Symptome vermindern. Beispielsweise muss der/die Therapeut*in entscheiden, ob wärmende oder kühlende Nahrungsmittel Bauchschmerzen lindern können.

 

Die Geschmacksrichtungen wie bitter, süss, scharf, salzig und sauer wirken im Körper verschieden. 

Bittere Nahrungsmittel trocknen dabei eher aus, weshalb zuviel Kaffee, Rotwein, Schwarztee und Zigaretten eher die Körpersäfte schwächt. Bitter erfrischende Nahrungsmittel wie Endivien, Chicoree, Löwenzahn und rote Beete leiten hingegen die Energie nach unten ab und helfen somit gegen innere Unruhe.

Der süsse Geschmack entspannt den Körper. Viele kennen diese Wirkung von einem guten Stück Schokolade. In der Medizin allerdings suchen die Therapeut*innen nach gesunden Alternativen, wo Süssstoffe entspannen aber zudem die Energie stärken. Dazu gehören die Getreidesorten Hafer, Reis und Hirse, Karotten, Kürbis und Kastanien.



Je nach Saison passt der Therapeut die Ernährung an. Im Winter wärmen Suppen und Gewürze, im Sommer erfrischen Salate und Joghurt. Zudem erstellt der Berater je nach Krankheit und Konstitution konkrete Ernährungspläne und Empfehlungen, welche auch die Zubereitungsart der Speisen berücksichtigen.

Die Ernährungstherapie wirkt unterstützend bei einer Vielzahl von Krankheiten. Natürlich spielt sie bei Verdauungsbeschwerden aller Art eine wichtige Rolle. Sie wird aber unter anderem auch bei Rheumatischen Erkrankungen, Schmerzen, Erschöpfungszuständen, Rekonvaleszenz, Blasensymptomen und Schlafstörungen angewendet.

Extreme Umstellungen oder einseitige Diäten werden vermieden. Die Ernährung soll vielseitig bleiben.

CHINESISCHE ERNÄHRUNGSTHERAPIE